Linden Gebäudereinigung – Logo

Grünbelag an der Hauswand: richtig und schonend entfernen

Grüne Schleier unter dem Fenster, dunkle Streifen auf der Nordseite, Moos am Sockel: Grünbelag ist an vielen Hauswänden Alltag. Meist ist er kein Bauschaden, aber ein Hinweis auf Feuchtigkeit. Wer ihn entfernen will, sollte die Ursache kennen und das Verfahren passend zum Untergrund wählen. Ein zu harter Wasserstrahl kann sonst mehr Schaden anrichten als der Belag selbst.

· 6 Min. Lesezeit

Gezeichnete Handwerkerfigur vor einer veralgten Putzfassade, auf der eine gereinigte Probefläche hell hervorsticht

Woher der grüne Belag kommt

Algen, Pilze und Moose brauchen vor allem eines: Feuchtigkeit. Die Fachverbände für Putz, Farbe und Fassade sagen es so: „Was trocken bleibt, bleibt algen- und pilzfrei.“ Entscheidend ist also, wie lange eine Wand nach Regen, Nebel oder Tau nass bleibt.

Gedämmte Fassaden sind besonders anfällig. Nachts strahlt eine Fassade Wärme an den Himmel ab und kühlt dabei aus. Bei einer gedämmten Wand kommt von innen kaum Wärme nach. Ihre Oberfläche wird deshalb kälter und bleibt länger kalt. Sinkt ihre Temperatur unter den Taupunkt der Luft, schlägt sich Tauwasser nieder. In einer Berechnung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik lag ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) im September und Oktober mehr als doppelt so lange unter dem Taupunkt wie eine massive Porenbetonwand mit gleichem Wärmeschutz. Der dünnen Putzschicht fehlt die Masse, die Wärme speichert.

Dazu kommt die Lage. Das Umweltbundesamt sieht ein höheres Risiko an Nord- und Westseiten, in Senken und in der Nähe von Gewässern, Wald und landwirtschaftlichen Flächen. Typische Befallstellen am Haus sind:

  • Wände im Schatten von Bäumen, Hecken oder Sträuchern
  • Flächen ohne ausreichenden Dachüberstand oder ohne Tropfkanten
  • Wasserläufe unter Fensterbänken und an undichten Dachrinnen
  • Sockelbereiche, an denen Regen vom Boden zurückspritzt

Warum zu viel Druck mehr schadet als nützt

Der Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt wirkt wie die schnelle Lösung. Doch ein harter, gebündelter Strahl trägt Farbe und Putz ab, wenn er zu nah geführt wird oder zu lange auf einer Stelle steht. Hat der Putz feine Risse, drückt hoher Druck das Wasser hinein. Das kann die Wand dahinter schädigen.

Bei WDVS-Fassaden ist das besonders heikel. Putz und Armierung sind hier der Wetterschutz für die Dämmung. Wird diese Schicht verletzt, kann Feuchtigkeit ins System gelangen. Hat die Fassade einen biozidhaltigen Anstrich, kann Hochdruck laut Umweltbundesamt außerdem die Auswaschung der Wirkstoffe verstärken und die Schutzwirkung zerstören.

Ganz tabu ist Wasserdruck aber nicht. Auch das Verbandsmerkblatt nennt Hochdruckreinigung als mögliche Methode – es kommt auf die Dosierung an. Ein Farbenhersteller gibt für WDVS-Fassaden als Richtschnur rund 60 °C warmes Wasser, 60 bar Druck und 60 cm Abstand an.

Schonende Verfahren: Niederdruck, Heißwasser, Nachbehandlung

Schonend heißt: so wenig Druck wie möglich, so viel wie nötig. Bei WDVS und weichen Putzen eignen sich Waschbürsten mit weichen Borsten und ein flacher Strahl mit geringem Druck. Klinker und Beton vertragen oft mehr, sofern die Fugen intakt sind – auch dort aber erst nach einer Probefläche.

Hilfreich ist warmes bis heißes Wasser: Mit 60 bis 80 °C löst es Ablagerungen laut einem Gerätehersteller bei gleichem Druck besser als kaltes. Es wirkt zudem tiefer und erfasst auch Wurzelreste von Moos und Flechten. Mit Dampf lassen sich Algen und Moose zusätzlich inaktivieren.

Biozide sind laut Umweltbundesamt erst dran, wenn Waschen und Bürsten nicht reichen. Ihre Wirkstoffe werden mit dem Regen ausgewaschen und gelangen in Boden und Gewässer. Die Wirkung ist ohnehin zeitlich begrenzt.

Ist ein Mittel nötig, sollten zuerst bauliche Ursachen wie undichte Rinnen behoben sein. Für die Behandlung beschreiben die Fachverbände diese Reihenfolge: reinigen, etwa 24 Stunden trocknen lassen, ein Mittel gegen Algen und Pilze nach Herstellerangabe auftragen und einwirken lassen. Danach sollte es mindestens zwei Tage trocken bleiben, damit Regen das Mittel nicht gleich abwäscht. Wird die Fassade überarbeitet, folgt ein mindestens zweifacher Anstrich.

Auf Wunsch lässt sich die gereinigte Fläche zum Schluss wasserabweisend versiegeln. Neuen Belag verhindert aber auch das nicht dauerhaft.

Erst prüfen, dann eine Probefläche anlegen

Ob Putz und Anstrich ein Verfahren vertragen, zeigt sich am besten an einer kleinen Fläche an unauffälliger Stelle. Gerätehersteller raten, Druck, Temperatur und Reinigungsmittel vorab zu testen – sonst drohen Materialabtrag oder bleibende Schäden. Bewerten Sie die Probefläche erst, wenn sie ganz abgetrocknet ist. Nass wirkt jede Fassade dunkler.

Noch vor der Probefläche lohnt ein kurzer Blick auf den Untergrund. Zeigen sich dabei Schäden, wird zuerst ausgebessert und erst dann gereinigt. Diese Prüfungen gehören dazu:

  • Bauart: Ist die Wand gedämmt (WDVS) oder massiv verputzt? Klingt die ganze Fläche beim Klopfen dumpf und hohl, ist sie meist gedämmt.
  • Klopfprobe bei massivem Putz: Klingen einzelne Stellen hohl, hat sich der Putz dort womöglich gelöst.
  • Wischprobe: Bleibt Farbe an der Hand, kreidet der Anstrich.
  • Sichtprüfung: Gibt es Risse, Abplatzungen oder abblätternde Farbe?

Vorbeugen: Was schnell trocknet, bleibt länger sauber

Einen dauerhaften Schutz gegen Grünbelag gibt es nicht – das betonen auch die Verbände. Als Eigentümer oder Verwalter können Sie aber einiges dafür tun, dass die Wand schneller abtrocknet. Dabei helfen vor allem diese Punkte:

  • Fassade alle ein bis zwei Jahre ansehen und ersten Belag früh nass abwaschen oder abbürsten
  • Dachrinnen, Fallrohre und Fensterbänke frei und dicht halten
  • Hecken und Sträucher von der Wand zurückschneiden, Beete nicht direkt an die Fassade legen
  • Spritzwasser am Sockel verringern, etwa mit einem Kiesstreifen
  • Im Winter keinen Schnee an der Fassade anhäufen
  • Bei der nächsten Renovierung nach dickeren Putzschichten fragen – sie speichern mehr Wärme und bleiben kürzer feucht
  • Bei Beschichtungen zuerst biozidfreie Lösungen prüfen

Biozide, Abwasser, Gewährleistung: die rechtliche Seite

Vorweg: Dieser Abschnitt ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechtsberatung.

Algenentferner und Fassadendesinfektionsmittel sind in der Regel Biozidprodukte und fallen unter die EU-Biozidverordnung (Verordnung (EU) Nr. 528/2012). Nach deren Artikel 17 sind Zulassungsauflagen und Kennzeichnung einzuhalten. Der Einsatz soll auf das notwendige Mindestmaß begrenzt werden. Erkennbar sind solche Produkte an einer Nummer auf dem Gebinde: einer Zulassungsnummer wie „DE-…“ oder einer Registriernummer aus „N“ und fünf Ziffern.

Reinigungswasser mit Reinigungs- oder Biozidmitteln gehört nicht in Boden, Gewässer, Regenwasserkanal oder Straßengully. Es sollte aufgefangen und nach den örtlichen Vorschriften entsorgt werden. Ob und nach welcher Vorbehandlung es in den Schmutzwasserkanal darf, regelt die örtliche Entwässerungssatzung. Auskunft geben das Umweltamt von Stadt oder Kreis und der örtliche Abwasserbetrieb.

Für Hausverwaltungen und Bauherren: Nach Auffassung der Fachverbände ist Algen- oder Pilzbefall an sich kein Mangel, sondern natürliche Alterung. Anders ist es, wenn er auf Bau- oder Planungsfehler zurückgeht, etwa auf eine fehlerhafte Wasserführung. Einige Gerichte haben bei Befall in der Gewährleistungszeit zudem einen optischen Mangel angenommen. Die Rechtslage ist nicht einheitlich.

Was kostet das – und wer hilft?

Die Kosten hängen von Fläche, Höhe, Untergrund und Verfahren ab. Ratgeberportale nennen als grobe Orientierung (Stand 2024) für eine Hochdruckreinigung nur mit Wasser etwa 5 bis 6 € pro m², mit Algen- oder Pilzmittel um 15 € pro m². Desinfektion und Versiegelung kosten zusätzlich etwa 4 bis 8 € pro m², eine Hebebühne ab etwa 100 € pro Tag. Für schonende Heißwasserverfahren können andere Werte gelten. Verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.

Sie sind unsicher, welches Verfahren zu Ihrer Fassade passt? Dann sehen wir uns die Fläche vor Ort an und legen bei Bedarf eine Probefläche an. Die Gebäudereinigung Dirk Linden ist ein Fachbetrieb aus Niederkrüchten und Viersen. Wir sind vor allem in Mönchengladbach, Viersen, Schwalmtal, Brüggen, Elmpt, Wegberg, Erkelenz und Heinsberg unterwegs.

Häufige Fragen

Kann ich Grünbelag selbst entfernen?

+

Leichten Belag in erreichbarer Höhe ja. Das Umweltbundesamt rät, ersten Bewuchs nass abzuwaschen oder abzubürsten. Nehmen Sie dafür eine weiche Bürste und keinen harten Punktstrahl. Biozidhaltige Mittel überlassen Sie besser geschulten Fachleuten. Bei großen Flächen oder viel Höhe ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl. Ist eine WDVS-Fassade beschädigt, sollte sie vor jeder Reinigung ausgebessert werden.

Schadet Grünbelag der Fassade?

+

Dass Algen und Pilze die bauphysikalische Funktion beeinträchtigen, ist dem Umweltbundesamt nicht bekannt – sie sind vor allem ein optisches Problem. Größere Moospolster und Flechten können Putz oder Anstrich in Einzelfällen aber schädigen. Außerdem zeigt der Befall, wo die Wand lange feucht bleibt. Undichte Rinnen oder Anschlüsse sollten Sie deshalb prüfen lassen.

Wann kommt der Belag wieder?

+

Das hängt von Lage und Ursache ab. Ändert sich an Feuchte und Beschattung nichts, kommt der Belag wieder. Nach einer bioziden Behandlung ohne bauliche Änderungen rechnet man mit etwa drei Jahren, bis der Bewuchs zurückkehrt. Wer die Fassade regelmäßig ansieht und ersten Belag früh entfernt, hat später weniger Arbeit.

Welches Wetter braucht die Reinigung?

+

Wichtiger als die Jahreszeit ist das Wetter danach. Die Fassade muss abtrocknen, bevor ein Mittel aufgetragen wird – als Richtwert gelten etwa 24 Stunden. Danach sollte es mindestens zwei Tage trocken bleiben. Bei Frost wird nicht gereinigt, und bei großer Hitze darf ein Reinigungsmittel nicht auf der Wand eintrocknen.

Passende Leistungen

Wenn Sie das Thema lieber abgeben möchten – das übernehmen wir für Sie:

← Alle Artikel im Ratgeber

Sagen Sie uns, was sauber werden soll.

Rufen Sie kurz durch oder schreiben Sie uns – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung und ein klares Angebot. Ohne Vertreterbesuch, ohne Druck.

Telefonisch erreichbar Mo–Fr 8:00–16:00 Uhr, Termine nach Absprache